Schulstipendium

AIDS tötet die Zukunft von Kindern

Pfarrerin Bahati Pangani

Angesichts einer hohen AIDS-Rate in Tansania steigt die Zahl der Kinder, die ohne Eltern aufwachsen.

Sie leben bei ihren verarmten Großeltern, elternlos in ihrer Hütte oder schlagen sich auf der Straße durch. Einige leben alleine oder mit ihren Brüdern und Schwestern.

Seit über zehn Jahren kümmert sich unsere Partnerkirche um diese Kinder.

In Nsalaga, bei Mbeya, engagieren sich junge Frauen und Männer unter Leitung von Pfarrerin Bahati Mshani Pangani für Kinder und Jugendliche im Alter von vier bis 23 Jahren.

In Ihrem Jahresbericht 2018 informiert Pfarrerin Pangani darüber, was mit dem Geld bewirkt wurde.

Agents of Change - die Welt ein wenig besser machen

Bahati Mshani leitet die Arbeit mit Waisenkindern der Herrnhuter Brüdergemeine in Mbeya, Tansania. In diesem Film von Mission 21 erzählt sie aus ihrem Leben und von ihrer Arbeit.

Als Kind verlor sie ihre alleinerziehende Mutter. Sie ist der Meinung: Die Gesellschaft muss sich heute um die Waisen kümmern, um morgen gut funktionieren zu können!

Diese Gemeinschaft tut gut

Die Kinder und Jugendlichen sind eingeladen, samstags in das Zentrum in Nsalaga zu kommen. Dort bekommen die ungefähr 200 Kinder und Jugendlichen von den Freiwilligen eine warme Mahlzeit.

Sie singen miteinander, hören biblische Geschichten und haben Zeit zu spielen.

Bildung = Lebensperspektive

Das Schulstipendien-Projekt ermöglicht Waisenkindern eine gute Ausbildung, einen beruflichen Einstieg und eine Möglichkeit, sich in die Gesellschaft zu integrieren.

Nach der siebenjährigen Grundschulzeit können die Jugendlichen eine Berufsschule oder eine weiterführende Schule besuchen, was mit höheren Kosten verbunden ist.

Den ganzen Menschen im Blick

Bildung, Gesundheit und psychosoziale Unterstützung sind die Schwerpunkte der AIDS-Waisenarbeit.

Durch das Schulstipendium werden außerdem

  • eine Krankenversicherung

  • regelmässige HIV/AIDS-Tests

  • Unterstützung bei derBehandlung mit antiretroviralen Medikamenten

  • die Aufklärung rund um Gesundheitsfragen

möglich neben dem notwendigen Schulgeld und der Schuluniform.

Die Mitarbeitenden des Nsalaga-Projektssind Ansprechpartner und leisten Unterstützungsarbeit für die Kinder und für die Erwachsenen, die diese im Alltag betreuen.
Sie halten Kontakt zur jeweiligen Schule und staatlichen Stellen, geben Nachhilfe, kümmern sich um Schulgeld, die Schuluniform und Lernmittel.

Hilfe, die ankommt!

In vollem Umfang, ohne Abzüge, kommt das Geld den Kindern des Nsalaga-Projekts zu Gute.

In Nsalaga sind alle Kinder willkommen, ohne dass nach Religion, Stammeszugehörigkeit oder Kirchenmitgliedschaft gefragt wird.

Durch unsere Partnerschaft, die seit 36 Jahren lebt, ist dies gewährleistet.
Besuche in der Partnerkirche und in Nsalaga sowie ein enger Kontakt zu Pastorin Pangani ermöglichen die Begleitung des Projekts.

 

sagt Augustino*. Er war selbst als Kind in Nsalaga.

Durch diese Unterstützung konnte er eine Ausbildung zum Lehrer machen. Im Mai 2016 schloss er diese ab. Augustino engagiert sich heute als Freiwilliger im Nsalaga-Projekt unserer Partnerkirche.

Als Ausdruck unserer Partnerschaft unterstützen wir als Kirchenbezirk Mühlacker Vorhaben unserer Geschwister wie zum Beispiel dieses Schulstipendien-Projekt.

Alle Informationen zum Schulstipendium und die Erklärung, ein solches zu übernehmen, fasst ein Faltblatt. Dieses steht als PDF zum Abruf bereit (ca. 650 kb).

Jahresbericht der AIDS-Waisen-Arbeit 2018

© MCTSWP

Pfarrerin Bahati Mshangani Pangani, die Leiterin des Fachbereichs für Waisen und hilfsbedürftige Kinder (Director of the department of Orphans and Vulnerable Children) unserer Partnerkirche Mbeya, Tanzania schreibt in ihrem Jahresbericht 2018:

Anmerkungen der Redaktion sind kursiv notiert

Liebe Freunde und Unterstützer,

Wir freuen uns, Ihnen nochmals unseren Dank für Ihre große Hilfe für unser Projekt aussprechen zu können. Wir möchten Ihnen eine kurze Rückmeldung über die Entwicklung unserer Arbeit und den Auswirkungen Ihrer Hilfe auf unsere Arbeit geben.

Unser Hauptziel ist es, den Waisenkindern und gefährdeten Kindern zu helfen, Bildung und die notwendigen Lebensgrundlagen zu erhalten. Der Beitrag des Kirchenbezirks Mühlacker von 25 Millionen tansanischen Schillingen (ca. 9.600 EUR, je nach Wechselkurs, die Red.) entspricht etwa 33,8% des gesamten Geldes, das wir im vergangenen Jahr hatten. Mehr als 90% aller Gelder, die unserem Projekt helfen, kommen aus Europa. Diese Informationen sollen helfen, Ihnen zu erklären, wie wichtig Ihr Beitrag für uns und alle Kinder, die wir unterstützen, ist.

© MCTSWP

Derzeit unterstützen wir 289 Kinder zwischen 5 Jahren und dem Ende ihres Studiums/Stipendiums. Sie sind in vier verschiedenen Bezirken und wir unterstützen sie vom Kindergarten bis zum Schulabschluss. Wenn ihre Ergebnisse gut genug sind und sie das Interesse haben, die Ausbildung fortzusetzen, helfen wir ihnen, auch die Universität zu bezahlen.  In diesem Jahr besuchen nur 32 Kinder eine Berufsausbildung, 77 Jugendliche die Sekundarschule, 17 an Universitäten und anderen Hochschulen und alle anderen, 163 Kinder, gehen in die Grund- und Vorschule.

48,5% des Gesamtbudgets geben wir für Bildung aus (Schulgeld, Schuluniformen, Fahrten zur Schule und nach Hause, Schuhe, etc.). Etwa 8,5% verwenden wir für Lebensmittel. Bei unserem wöchentlichen Treffen am Samstag im Zentrum bekommen viele Kinder ihre einzige warme Mahlzeit der Woche. Einige sind sich nicht sicher, was sie abends oder am Sonntag essen werden. Diese Mahlzeit ist für sie sehr wichtig. Auch wenn Kinder allein leben, geben wir ihnen gelegentlich einen Beutel Mais oder Reis, je nach dem, was wir anbieten können.  Und diejenigen, die sich in einer Sonderbehandlung befinden (auf Grund von HIV, die Red.), geben wir die entsprechend notwendigen Lebensmittel, so dass sie, wenn sie ihre Medikamente einnehmen, zu Hause etwas zu essen haben, damit diese wirken.

1,6% haben wir für Krankheitsfälle aufgewendet. Jedes Kind hat eine Krankenversicherungskarte, die ihm eine kostenlose Behandlung in Apotheken und Kreiskrankenhäusern ermöglicht. Diese sind in der Lage, "normale" Krankheiten und Beschwerden zu heilen. Falls sie eine größere Behandlung brauchen, müssen sie in die regionalen Krankenhäuser gehen, dann in die Überweisungskrankenhäuser, die wir bezahlen würden, wenn es nötig ist. Aber in diesem Jahr konnten wir diese Versicherung nicht bezahlen, weil sich die staatlichen Vorschriften geändert haben, was wir für die Nationale Krankenkasse (NHIF) bezahlen sollten. Früher waren es 2.000 (Tansanische Schilinge, ca. 0,75 Euro, die Red.) pro Kind, aber heute sind es jeweils 50.400 (Tansanische Schilinge, ca. 19,50 Euro), was sehr teuer ist.  Wir haben insgesamt fast 600.000 (Tansanische Schilinge, ca. 233 Euro , die Red.) verbraucht, aber jetzt brauchen wir 14.565.600 (Tansanische Schilinge, ca. 5.650 Euro) jährlich.

23,8% des Budgets werden für Schulungen und Informationen, Unterstützung und Erhaltung der Grundbedürfnisse zum Leben und Besprechungen mit den Freiwilligen sowie dem Hausmeister verwendet. Es gibt einen kleinen Betrag, den wir für die Instandhaltung der Gebäude und des umliegenden Zauns verwenden. Dieser Betrag beträgt weniger als 2,5%, wird aber zur Deckung des Grundbedarfs benötigt.

Die restlichen 15,1% werden für Büromaterial, Transport, Kraftstoff, Autowartung, Versicherung des Autos und andere kleine Dinge verwendet, die wir brauchen, um unsere Aufgabe zu tun.

© MCTSWP

Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich für Ihre Großzügigkeit und die Unterstützung bedanken, die Sie uns jedes Jahr geben. Nicht nur Geld, sondern auch Sachspenden wie Fahrräder, Spielzeug für unseren Kindergarten und Nähmaschinen, die den ausgebildeten Schülern eine große Hilfe sind, damit sie mit der Arbeit beginnen können, was sie gelernt haben. Wenn wir diese Dinge nicht aus unserem Budget kaufen müssen, hilft uns das, hilfsbedürftigen Kinder in ihrem täglichen Kampf (um das Leben) zu unterstützen.

© MCTSWP

Andere Dinge, die uns helfen sind:

Strickmaschinen: Jedes Kind braucht eine Uniform mit einem Wollpullover. Heute müssen wir jeden von ihnen kaufen. Mit der Maschine können Frauen diese selbst stricken. Sie würden nur die Wolle kaufen und kostenlos arbeiten.

Alte Fahrräder: Dies würde einigen Schülern helfen, ihre Schule in einer halben Stunde zu erreichen, anstatt 90 Minuten einen Weg zu gehen.

Alte Computer mit Word Office, das ist das am häufigsten genutzte Programm. Viele Studenten würden gerne lernen, wie man diese Maschinen benutzt. Ihre Bedürfnisse sind nur für die Grundlagen. Wenn sie Fortschritte machen und gut lernen, brauchen sie sowieso einen bestimmten Computer. Sie können alt und schrecklich langsam sein, für uns wäre es wunderbar, sie dennoch zu haben.
(Auf Grund der Stromversorgung, die nicht immer stabil ist und auf Grund der kleinen Schulbänke sind alte Laptops hier sehr sinnvoll.)

Wir danken Ihnen noch sehr für das, was Sie tun, um uns zu helfen, indem wir den Kindern helfen, die meist in gefährdeten Situationen sind.

Möge unser Herr und Gott mit euch alle Zeit sein und euch alle segnen.

Grüße vom OVC – South West Province

Bahati Mshangani Pangani
Director of the department of Orphans and Vulnerable Children, Mbeya, Tanzania

Kontakt und Ansprechpartner

Diakon Michael Gutekunst

© Michael Gutekunst

Bezirksbeauftragter für die Partnerschaftsarbeit mit der Moravian Church in Südwest-Tanzania Arbeitskreis für Mission, Ökumene und Entwicklung im Kirchenbezirk Mühlacker

Tel 0 70 41 / 8 11 18 81
Mobil 01 71 / 245 54 45

pressedontospamme@gowaway.kirchenbezirk-muehlacker.de

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