Mein Ja und Gottes Ja | Stichwort Konfirmation

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Die Konfirmation ist fester Bestandteil protestantischer Frömmigkeit. Junge Menschen entscheiden dabei selbst über ihre Haltung zu Glaube und Kirche. Mit der Konfirmation werden die Jugendlichen zu weitgehend gleichberechtigten Mitgliedern der Gemeinde. So können sie zum Beispiel Taufpaten werden und schon mit 14 an den Wahlen zum Kirchengemeinderat und zur Landessynode teilnehmen.

E - Wie Evangelisch: Die Konfirmation

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Die ganze Familie ist zusammen und alle haben Geschenke dabei. Sie feiern Konfirmation. Aber was ist das eigentlich, die Konfirmation? Die Theologin und ehemalige Bischöfin Dr. Margot Käßmann gibt Auskunft.

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Mein Ja zu Gottes Ja

Konfirmanden sagen ja zu ihrem Glauben

Landesbischof Dr. h.c. Frank Otfried July bezeichnet die Konfirmation als einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg ins Erwachsenenleben und in der Beziehung zu Gott. „Die Konfirmation bekräftigt das Sakrament der Taufe, das die meisten Konfirmandinnen und Konfirmanden nicht bewusst wahrgenommen haben“, erklärt July. Im Konfirmationsgottesdienst antworten die Jugendlichen auf die Zuwendung Gottes, die sie von Beginn ihres Lebens an erfahren haben.

Dr. Thomas Ebinger, Pfarrer und Dozent für Konfirmandenarbeit beim Pädagogisch-Theologischen Zentrum in Stuttgart-Birkach berichtet von einem großen Interesse der Jugendlichen an religiösen Fragen. Von den Getauften eines Konfirmandenjahrgangs ließen sich etwa 90 Prozent konfirmieren. Die absolute Zahl der Konfirmandinnen und Konfirmanden gehe allerdings zurück. „Das liegt zum einen am demographischen Wandel“, erklärt Ebinger. „Zum anderen gibt es aber auch den Trend, dass Eltern ihren Kindern die Entscheidung überlassen, sich taufen oder konfirmieren zu lassen.

Erfahren, was den Glauben ausmacht

Zur Konfirmation sind Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen eingeladen. Sie besuchen vorher etwa ein Jahr lang den Konfirmandenunterricht. Er findet in der Regel am Mittwochnachmittag statt, den die Schulen dafür freihalten. Dazu kommen Freizeiten, Exkursionen und Projekte. Im Mittelpunkt des Unterrichts stehen Fragen des Glaubens und der ethischen Orientierung. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden lernen die 10 Gebote, sie sprechen über die Sakramente Taufe und Abendmahl, lernen wie Christen beten und was den Glauben ausmacht.

Konfirmation als Antwort

Im Konfirmationsgottesdienst entscheiden die Jugendlichen selbst über ihre Haltung zu Glauben und Kirche. Die meisten wurden schon als Babys getauft.

Auf Gottes Ja zum Täufling antworteten die Eltern und Paten stellvertretend mit ihrem Ja. Welche Bedeutung die eigene Entscheidung im Leben bekommt, diese Frage stellt sich jeden Tag neu. Die Konfirmation erinnert die Jugendlichen daran, dass Gott auf ihre eigene Antwort wartet und dass sie diese Antwort auf Gottes Zuwendung mit ihrem ganzen Leben geben sollen. Zugleich werden die Jugendlichen mit der Konfirmation auch zu weitgehend gleichberechtigten Mitgliedern der Gemeinde. So können sie zum Beispiel Taufpaten werden und schon mit 14 an den Wahlen zum Kirchengemeinderat und zur Landessynode teilnehmen.

Zwischen 15. April und 13. Mai finden in diesem Jahr die Konfirmationen in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg statt. Rund 19.000 Jugendliche bekennen sich in Festgottesdiensten zum christlichen Glauben und zu ihrer Kirchenzugehörigkeit. Etwa 600 Mädchen und Jungen feiern zudem im Konfirmationsgottesdienst ihre Taufe.

Als Hauptkonfirmationssonntag gilt der Sonntag Rogate (6. Mai 2018). Weiter kann der Kirchengemeinderat oder das Dekanat einen der anderen vier Sonntage zwischen dem 15. April und dem 13. Mai als Konfirmationstermin bestimmen.