Wahl wichtiger Entscheidungsträger für die Evangelische Landeskirche in Württemberg am 1. Advent

Eine Frau und sechs Männer kandidieren im Wahlkreis Vaihingen/ Mühlacker für die 16. Landessynode. Am 1. Advent findet die Kirchengemeinderatswahl und die Synodalwahl statt. Während die ehrenamtlichen Kirchengemeinderäte zusammen mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin die örtliche Gemeinde leiten, bestimmen die Landessynodalen den zukünftigen Kurs der Landeskirche insgesamt.

Gerhard Keitel, Dr. Lukas Lorbeer, Albrecht Noller, Matthias Hanßmann, Ulrich Hirsch, Dorothee Knappenberger und Matthias Bredemeier (von links) bewerben sich um einen Sitz im Kirchenparlament.

Insgesamt treten 120 Männer und 45 Frauen für die in der Synode gebildeten Gesprächskreise „Lebendige Gemeinde“, „Offene Kirche“, „Evangelium und Kirche“ sowie „Kirche für Morgen“ an. Im Wahlkreis Vaihingen/ Mühlacker bilden die Gesprächskreise „Offene Kirche“ und „Evangelium und Kirche“ ein Wahlbündnis. Zu wählen sind 90 Synodale, nämlich 60 Laien und 30 Theologen.

Wahlberechtigt ab 14 Jahren

Im Gemeindehaus Illingen präsentierten sich die sieben Kandidaten kürzlich gemeinsam den Vertretern der regionalen Presse. Es geht um Öffentlichkeitsarbeit, denn in Württemberg wird die Synode per Urwahl bestimmt. Jedes evangelische Gemeindeglied ab 14 Jahren ist wahlberechtigt, insgesamt rund 50.000 im Wahlkreis Vaihingen/ Mühlacker.

Die Kandidaten stellen sich vor

Bisher wird der Wahlkreis von Pfarrer Hans Veit, Dorothee Knappenberger und Ulrich Hirsch (alle „Lebendige Gemeinde“) vertreten. Für Hans Veit kandidiert Pfarrer Matthias Hanßmann, der bisher einem anderen Wahlbezirk zugeordnet war. Matthias Hanßmann (51), verheiratet, drei Kinder, sieht eine große missionarische Aufgabe für die Kirche der Zukunft, die aber auch neu strukturiert und neue Gemeindeformen ermöglichen solle.
Dorothee Knappenberger
(52), verheiratet, fünf Kinder ist es wichtig, in der Kirche Bestehendes zu unterstützen und Kirche und Glaube mitten im Leben zu verankern.
Ulrich Hirsch
(66), Diakon i.R. hat als früherer Geschäftsführer des Gustav-Adolf Werkes viel Einblick in die Situation von Minderheitenkirchen. Von diesen könne man viel lernen, gerade auch im Blick auf zurückgehende Gemeindegliederzahlen hierzulande.

Matthias Bredemeier (49), verheiratet, drei Kinder, kandidiert für „Kirche für Morgen“. Er hat ursprünglich Theologie studiert, arbeitet aber jetzt bei einem großen Industrieunternehmen. „Kirche für Morgen“ tritt erstmals im Wahlkreis Vaihingen/ Mühlacker an. Für Bredemeier ist Gemeindearbeit in neuen Formen dringend dran. Dazu braucht es seiner Meinung nach Visionäre, die Kirche neu denken und Mut zur Veränderung haben.

Für „Evangelium und Kirche“ kandidiert Albrecht Noller (52), verheiratet, zwei Kinder, der ebenfalls Theologie studiert hat, derzeit aber hauptberuflich für die Familie da ist und ehrenamtlich für die Kirche. Neben der Mitarbeit in vielen Ausschüssen des Kirchenbezirks und des örtlichen Kirchengemeinderats ist er seit sechs Jahren zusätzlich Vorsitzender der Bezirkssynode in Vaihingen. Er betont, man müsse die kirchliche Praxis von der Bibel her denken und dazu passende Strukturen schaffen. Diakonie, Seelsorge, kirchliche Bildungsarbeit und Generationenübergreifende Gemeindearbeit liegen ihm besonders am Herzen.

Gerhard Keitel (49), verheiratet, zwei Kinder, tritt für die „Offene Kirche“ an. Als Ephorus des Evangelischen Seminars Maulbronn möchte er jungen Menschen Mut machen, Kirche neu zu gestalten und auch Nachwuchs für den Pfarrberuf gewinnen. Dies sei wichtig, weil trotz Stellenkürzungen, aufgrund fehlendem Nachwuchs nicht mehr alle Pfarrstellen besetzt werden können. Kirche müsse für alle da sein, deshalb setze er sich auch für die kirchliche Trauung für alle ein.
Ebenfalls für die „Offene Kirche“ tritt Dr. Lukas Lorbeer (41), Pfarrer von Zaiserweiher und Schmie, Single, und begeisterter Sänger und Musikliebhaber an. Ihm ist eine Kirche mit weitem Horizont wichtig. Der Gottesdienst solle Spaß machen und die Kirche solle sich in Zukunft verstärkt an öffentlichen Diskursen beteiligen. Ökumene und interreligiöser Dialog sind seine weiteren Schwerpunkte.

 

Eine ausführliche Vorstellung der Kandidaten und der Gesprächskreise finden Sie ebenfalls auf der Homepage.

Informationen rund um die Kirchenwahl, bei der auch die Mitglieder der Kirchengemeinderäte der örtlichen Gemeinden gewählt werden, ebenso.

 

Meine Kirche - ein gute Wahl! Und die Möglichkeit, Kirche mitzugestalten.

„Meine Kirche – eine gute Wahl“ – mit diesem Slogan wirbt die Landeskirche für die Kirchengemeinderats- und Synodalwahl am 1. Dezember. Im Wahlkreis Vaihingen/ Mühlacker lag die Wahlbeteiligung vor sechs Jahren bei ca. 30 %, das sind ca. sechs Prozent mehr als im landeskirchenweiten Durchschnitt.

Zu den Aufgaben der Synode gehören die kirchliche Gesetzgebung, die Beratung und der Beschluss des landeskirchlichen Haushalts, sowie die Wahl des Landesbischofs. Der derzeitige Landesbischof Dr. h.c. Frank Otfried July amtiert seit 2005 und ist inzwischen dienstältester Landesbischof in Deutschland. Seine reguläre Amtszeit endet im Juli 2022 und fällt somit in die kommende Wahlperiode.