Das Stichwort: Ramadan

Stuttgart (epd). Für die Muslime beginnt der Fastenmonat Ramadan in diesem Jahr am 13. April und endet am 12. Mai. Das Fasten gehört wie das Glaubensbekenntnis, die täglichen Gebete, die Armensteuer und die Pilgerfahrt nach Mekka zu den fünf Säulen des Islam.

Monat der guten Taten und der Läuterung von Körper und Seele

Der Monat Ramadan, der neunte im islamischen Mondjahr, wandert durch das Kalenderjahr. Der Ramadan beginnt und endet, wenn die Mondsichel nach Neumond erstmals wieder sichtbar ist. Der Beginn kann von Land zu Land unterschiedlich sein.

In Deutschland einigen sich die Islamverbände seit 2008 auf gemeinsame Daten. In Saudi-Arabien und vielen anderen arabischen Ländern wird auf die Sichtung der Mondsichel gewartet. Im Ramadan sind die Gläubigen aufgerufen, von Sonnenaufgang bis -untergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr zu verzichten. Das Fastengebot gilt in gleicher Weise für Männer und Frauen. Befreit vom Fasten sind Alte und Kranke, Kinder, Schwangere und Reisende sowie Soldaten im Krieg.

Der Ramadan ist auch der Monat der guten Taten und der Läuterung von Körper und Seele. Mitmenschlichkeit und Versöhnung stehen im Mittelpunkt, die Gläubigen entrichten die Armensteuer Zakat oder unterstützen Bedürftige. Höhepunkt ist im letzten Drittel des Fastenmonats die "Lailat al-Qadr", die "Nacht der Bestimmung", in der nach der Überlieferung dem Propheten Mohammed erstmals Verse des Korans offenbart wurden. Viele Muslime beten dann die ganze Nacht durch, da sie auf Vergebung ihrer Sünden hoffen.

An den Ramadan schließt sich das Fest des Fastenbrechens an, das äußerlich dem christlichen Weihnachtsfest ähnelt. Die meisten Religionen kennen Fastenzeiten. Christen fasten etwa von Aschermittwoch bis Ostern. (0850/11.04.2021)

epd lbw/bas cr

Zum Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan am Dienstag, 13. April, hat sich der württembergische Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July in einem Schreiben mit guten Wünschen an Vertreter muslimischer Verbände und Vereine gewandt.

„Im Ramadan schafft der Rhythmus von Fasten am Tag und Fastenbrechen am Abend Erfahrungen von Gemeinschaft. Besuche am Abend, Geschenke, Koranlesen und Moscheebesuch vertiefen die Erfahrung der Verbundenheit. In diesem Jahr ist vieles davon nicht möglich. Umso wichtiger ist es mir, Ihnen diese Grüße zu schicken, als Zeichen der Verbundenheit, Unterstützung und Solidarität in einer schweren Zeit,“ so July in seinem Brief.

Der Landesbischof erinnerte in diesem Zusammenhang an die gemeinsame Verantwortung von Christen und Muslimen: „Sie in den Moscheen und wir in den Kirchen tragen Einschränkungen mit, um der Gesundheit und des Wohls aller willen. Wir tun dies in der Erwartung, dass das Selbstbestimmungsrecht der Religion und der Religionsgemeinschaften in unserer Gesellschaft verankert ist und weiter respektiert wird.“

Mehr auf der Webseite der Evangelischen Landeskirche in Württemberg