Microandachten von Palmsonntag bis Ostermontag

In der Karwoche von Palmsonntag bis Ostermontag gibt es kurze Impulse als #Microandacht. 

Eine #Microandacht ist ein kurzer christlicher Impuls in Text und Bild. Diese finden sich hier am Palmsonntag (28.03.), Gründonnerstag (01.04.), Karfreitag (02.04.), Karsamstag (03.04.), Ostersonntag (04.04.) und am Ostermontag (05.04.) ab 6 Uhr.

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Ostermontag

  • add Ostern ist eine Einladung

    Jesus ist auferstanden.

    Er trifft die Frauen, die ihn gut kennen.
    Er trifft seine Jünger auf dem Weg nach Emmaus, wo diese zurück in ihr altes Leben wollen. Zurück lassen sie den verheißungsvollen Traum einer besseren, einer veränderten Welt, von einem Gottesreich voller Liebe und Freundlichkeit. Jesus schließt sich ihnen an und sie erkennen ihn nicht.

    Erst abends, als sie ihn einladen zum Abendessen und der dritte Mann das Brot teilt. An der Art, wie er das tut, erkennen sie Jesus: Das ist Jesus! Er ist auferstanden!

    Keine Erzählung, keine fundierte Erklärung reicht dazu aus, jemandem von der Auferstehung Jesu zu überzeugen. Das geht nur durch die persönliche und lebendige Glaubenserfahrung, die zeigt: Das stimmt. Jesus kann ich vertrauen.

    Das ist die Botschaft des Ostermontags: Der Worte sind genug gesprochen. Es ist Zeit, dass Du, Mensch, Jesus begegnest. Nutze die Gemeinschaft der Christen, um Jesus näher zu kommen. Du bist willkommen!

Ostersonntag

  • add An das Leben glauben!

    Gott ist mächtig. Der Tod ist überwindbar. Es gibt keinen Grund, vor irgendetwas, und sei es dem eigenen Tod, Angst zu haben. Wenn Gott seinen Sohn Jesus aus dem Tod zurückholen konnte, dann klappt das garantiert auch bei uns. Das ist wie bei der Geburt: Ist der Kopf des Kindes da, kommt der Rest mit. Jesus ist der Kopf, wir folgen.

    Ja, wenn Gott, das Gute, so eindeutig über das Böse und Dunkle siegt, dann können und dürfen wir in allen Lebenszusammenhängen darauf vertrauen, dass Gott auf unserer Seite ist.

    Deshalb können wir entgegen allen Umständen und Widrigkeiten leidenschaftlich Ostern feiern. Leidenschaftlich Ostern feiern heißt, an das Leben zu glauben. Und an diesen Gott, der als Schöpfer des Lebens durch die Auferstehung seines Sohnes ein Geist der Zuversicht in diese Welt bringt.

    Damit wir das nicht vergessen, erklingt immer wieder der Osterruf: „Der Herr ist auferstanden!“ und alle stimmen ein: „Er ist wahrhaftig auferstanden!“

Karsamstag

  • add Totenstille?

    Der Karsamstag, dieser Tag zwischen dem dunkel-schweren Karfreitag und dem strahlend-hellen Ostersonntag, ist ein Übergangstag.

    Da stellt sich die Frage, was Jesus in dieser Zeit macht. Da muss doch etwas passiert sein!?

    Eine Antwort darauf formuliert das apostolische Glaubensbekenntnis mit den Worten „Hinabgestiegen in das Reich der Toten“.
    Damit wird deutlich, Jesus Christus ist für alle da. Für die Menschen in allen Ländern und zu allen Zeiten. Er macht sogar aus einem Ort der totalen Gottesverlassenheit einen Ort der Gottesgegenwart.

    Es gibt keinen Ort, an dem Gott nicht heilen und helfen kann. Gott bringt auch dort Leben. Unsere Grenzen sind für Gott keine Grenzen.
    Der Beter des 139. Psalms erkennt: „Für dich ist die Finsternis nicht finster, und die Nacht leuchtet so hell wie der Tag: Finsternis ist für dich wie das Licht.“

Karfreitag

  • add Am Karfreitag steht die Welt Kopf.

    Da zeigt einer nicht mit dem Finger auf mich.

    Da gibt mir keiner die Schuld.

    Da wird die Rechnung beglichen.

    Unverhofft löst mich einer aus.

    Da ist einer für mich.

    Einer, der Eine: Jesus. Er kümmert sich um die Menschen und die Welt, die aus der Balance geraten ist. Karfreitag stellt die Dinge auf den Kopf.

    Am Kreuz von Golgatha weist Gott keine Schuld zu. Er nimmt sie auf sich. Alles: Versagen, Gier, Hass, Verirrung …

    Die Welt steht Kopf und dreht alles um.

    Ich kann mein Leben anders sehen.

    Ich kann mich den Menschen, die anders sind als ich, zuwenden. Denn Jesus wendet sich mir zu, mit weit offenen Armen am Kreuz von Golgatha, in seinem Leiden und Sterben. Er macht den Weg frei in eine Zukunft mit Hoffnung.

Gründonnerstag

  • add Dank Traditionen fit für die Zukunft.

    Am Gründonnerstag wird Grünes gegessen, das ist in manchen Familien Tradition. Der Name bestimmt das Essen.

    Dabei kommt Gründonnerstag nicht von grün, sondern von Greinen. Greinen heißt weinen, klagen. Wir Christen erinnern uns an Jesu Verhaftung, das Verhör, an Folterung und seine Hinrichtung. Das passiert bis heute. Es leiden und sterben Menschen, Unschuldige werden verraten, verhaftet und gefoltert. Bis heute haben Menschen Angst vor Anfeindungen im Web oder direkt. Menschen werden zu Opfern gemacht. Die Angst zu scheitern, Angst vor dem Leiden, vor dem Sterben hat Menschen im Griff. Gern würde man helfen und kann nichts tun, das ist zum Greinen und Klagen, zum Heulen – wie Jesus und seine Jünger damals, am ersten Gründonnerstag.

    Doch Jesus und seine Jünger haben gefeiert. Es war Pessach, das wichtigste jüdische Fest. Für die Juden bis heute so wichtig wie Weihnachten für uns. Sie feiern die Befreiung und die Freiheit, den Auszug aus der Sklaverei. Jedes Jahr erinnern sich die jüdischen Gläubigen: Gott hat uns wirklich befreit. Er hat uns neues Leben geschenkt. Dieses Fest hat Jesus gefeiert, in Todesgefahr, am Tag vor seiner Hinrichtung. Wollte bewusst schmecken und sehen, dass Gott bei denen ist, die Angst haben. Dass er sie beschützt. Dass Gott sie befreit, damit sie keine Angst mehr haben müssen.

    Jesus feiert im Wissen um das, was ihm bevorsteht – im Vertrauen auf das, was dieses Fest bedeutet: Gott ist stärker und größer als alles. Gott ist stärker als die Machthaber dieser Welt. Er ist auch größer als die Angst, die in einem Menschen um sich greift und größer als der Tod.

    Jesus vertraut Gott gegen den Augenschein, vertraut nicht nur aus Prinzip und Tradition. Er vertraut, weil die Tradition ihm Sicherheit gibt und er weiß: Gott wird ihn nicht im Stich lassen. Gott lässt niemanden im Stich. Jesus nicht, uns nicht.

    Grün ist die Farbe der Hoffnung und sie erzählt davon, dass Gott uns fit für die Zukunft macht. Gegen jeden Augenschein. So wie Juden und Christen in ihren Traditionen von Gott als der Hoffnung erzählen!

Palmsonntag

  • add Erwartungen sind so eine Sache

    Sie erwarteten einen König, den absoluten Herrscher. Und die Ansage war klar, da Jesus auf einem Esel ritt. Alle verstanden, da kommt der Messias, denn beim Propheten Sacharja steht die Prophezeiung: „Siehe, Dein König kommt zu Dir, ein Gerechter und Helfer, arm ist er und auf einem Esel“. Der Esel war das Kennzeichen des erwarteten Retters.  Deshalb waren die Leute begeistert und winkten mit Palmzweigen und legten diese auf den Boden – für die damalige Zeit rollten sie den „roten Teppich“ aus. Palmzweige waren das Symbol des Lebens und des Sieges.

    Doch auf dem Esel sitzt kein gutgekleideter Herrscher. Es kommt ein staubiger Wanderprediger auf einer Eselin daher. Gerade so, als würde Angela Merkel zum G8-Gipfel auf einem alten Mofa anreisen.

    Jesus macht eine klare Ansage: Ihm geht es um eine Veränderung der Herzen, denn dieser ist nachhaltig. Ein Umbruch mit Gewalt, dafür steht er nicht. Er will die grundlegende Veränderung im Leben eines Menschen. Ihm geht es um das Herz, er schwingt nicht die Faust.

    Dieser Sonntag eröffnet die Karwoche, abgeleitet vom althochdeutschen Wort „kara“ für Klage. Es zeigt sich die existenzielle Spannung dieser Tage. Weil die Palmzweige bei diesem Einzug eine wichtige Rolle spielen, heißt dieser Sonntag „Palmsonntag“.