Personen und Aufgaben als Themen der Bezirkssynode

Dekan Jürgen Huber während seines Dekansberichts

In Sichtweite der Karwoche trat das Bezirkskirchenparlament des Evangelischen Kirchenbezirks Mühlacker im Paul-Gerhardt-Gemeindezentrum zusammen. Der Bericht von Dekan Huber nach 124 Tagen im Amt sowie Veränderungen im Personal-Tableau des Bezirks waren zentrale Themen der Beratungen.

Dekan Jürgen Huber blickt auf 124 Tage im Amt

Dekan Jürgen Huber und Bernd Dingler, Vorsitzender der Bezirkssynode, bei der Abstimmung

Eröffnet wurde die Synode durch den Bericht von Dekan Jürgen Huber. Er gab in Streiflichtern Eindrücke seiner ersten Tage im Dekanatsamt wieder. Bei Besuchen und Gesprächen gewann Huber den Eindruck, dass der Kirchenbezirk sich auszeichnet „durch einen bunten Strauß von Pfarrpersonen, die sich sehr gut ergänzen und gut miteinander können,“ dies sei „wichtig, in einer Zeit, wo viele Veränderungen anstehen“ und „wo man auf eine Kooperation und ein Miteinander angewiesen ist“. Ebenso besuchte Huber die Werke und Einrichtungen des Kirchenbezirks und kam in Kontakt mit Vertretern der Politik und anderen Kirchen. Inhaltlich lag der Fokus auf den Fragen nach einer Kooperation oder Fusion mit dem Kirchenbezirk Vaihingen an der Enz und die Veränderungen im Diakonat des Kirchenbezirks. Es gelte zu schauen, wo Kooperationen möglich und sinnvoll sind.

Veränderungen im Diakonat des Kirchenbezirks

Im Diakonat stehen Veränderungen an bzw. sind bereits eingetroffen. Diakonin Anita Leize ging 2017 in Ruhestand, Diakon Thomas Knodel tut dies Ende September. Der Dekan des Kirchenbezirks führte aus, dass die Haushaltslage es nicht zulasse, das Personal-Tableau so aufrecht zu erhalten, wobei die bestehenden Arbeitsfelder erhalten bleiben sollen.

Ab September übernimmt Diakon Peter Feldtkeller die Kindergartenfachberatung mit einem Stellenumfang von 50%. Nach einer Zeit der Einarbeitung werde auch wieder Raum für gemeindediakonische Aufgaben sein. Mit  weiteren 50% erteilt Peter Feldtkeller Religionsunterricht.
Die Nachfolge von Thomas Knodel als Geschäftsführer und Bildungsreferent der Evangelischen Erwachsenbildung tritt Michael Gutekunst am 1. Oktober an. Der Arbeitsbereich der Öffentlichkeitsarbeit verbleibt bei Gutekunst, fällt aber mit 30% etwas geringer aus als bisher. Weitere Aufgaben von Gutekunst sind mit je 10% die Partnerschaft mit der Moravian Church in Südwest-Tansania und die Mitwirkung im Bezirksjugendwerk im Bereich Öffentlichkeitsarbeit.
In Bezug auf das Jugendwerk wird derzeit an einer Lösung gearbeitet, die es ermöglicht, Diakon Sascha Wiebusch unbefristet anzustellen. Er ist derzeit mit je einer halben Stelle im Bezirksjugendwerk und in der Kirchengemeinde Knittlingen tätig. Gemeinsam mit Franziska Wolf verfügt das Bezirksjugendwerk über 1,5 Jugendreferentenstellen.

„Nicht alle Wünsche und Träume konnten mit diesem Gesamtpaket erfüllt werden“, so Huber, aber es können mit den gegebenen Rahmendbedingungen die Arbeitsfelder und Aufgaben weitergeführt werden.

Digitalisierung und Datenschutz

Weitere Stichworte in Hubers Bericht waren die Digitalisierung und der Datenschutz. Die „Digitalisierung unserer Lebenswelten ist allgegenwärtig. Die Frage ist, wie wir mit der Digitalisierung umgehen. Es geht um tiefe, elementare Fragen, wie die Digitalisierung unser Leben verändert, wie sie die Beziehung zwischen Menschen verändert, unser Leben, die Ethik.“, so Huber Er plädierte dafür, die Chance der Digitalisierung anzunehmen und anzugehen, Risiken sehen, die sie beinhaltet.
In Bezug auf den Datenschutz sieht Huber es als wichtige Aufgabe, für dieses Thema zu sensibilisieren, das nicht vernachlässigt werden darf. Um einen Datenschutz entsprechend der neuen EU-Regelungen in Gemeinden und Bezirken umzusetzen, sind Datenschutzbeauftragte für Gemeinden und Werke notwendig. Ein Schreiben mit dieser Bitte und der Aufforderung, hier aktiv zu werden, hat der Kirchenbezirk an den Oberkirchenrat gesandt.

© Evangelische Landeskirche in Württemberg

Zusammen wachsen ist Haltung im Kirchenbezirk

Pfarrer Hans Veit stellte den Entwurf des Zielstellenplans für den Pfarrplan 2024 vor. Dieser sieht eine Reduzierung um 3,25 Pfarrstellen auf 19,5 Pfarrstellen im Kirchenbezirk Mühlacker vor. Hans Veit zeigte sich begeistert von der „Art und Weise, wie der Pfarrplan und die damit einhergehenden Veränderungen behandelt werden“. Die Gemeinden hätten sich auf einen Veränderungsprozess eingelassen, der „wirklich schmerzlich“ sei. Es zeige sich, „Zusammen wachsen ist möglich, es geht weiter“, so der Knittlinger Pfarrer, der auch Mitglied in der Landessynode ist.  Dekan Huber zeigte auf: im Kirchenbezirk Mühlacker haben „Kooperationen mit Nachbargemeinden und innerhalb eines Distrikts eine lange Tradition und eine Selbstverständlichkeit, wie ich’s in keinem anderen Kirchenbezirk erlebt habe“.

Im Rahmen des Pfarrplans 2018 wurden Weichen gestellt für Pfarrplan 2024. Dieses Vorgehen, das Gemeinden Zeit gab, sich konzeptionell Gedanken zu machen, sei gelungen. Deshalb sollen bereits jetzt erste Überlegungen für den Pfarrplan 2030 angestellt werden.

Scheidende Mitarbeitende geben Rückblicke

Im zweiten Teil der Synode berichteten drei Mitarbeitende, die zum letzten Mal an einer Bezirkssynode teilnahmen. Bezirkskantorin Erika Budday, Bildungsreferent Thomas Knodel und der Leiter der Verwaltungsstelle, Martin Wolfschläger, gehen im Laufe des Jahres in Ruhestand. Erika Budday kam im Februar 1979 in den Kirchenbezirk. Sie übergebe ein „gut bestalltes Haus“ an ihren Nachfolger, Thorsten Hülsemann, in dem er unter anderem 60 Kinderchorkinder, eine Kantorei, zwei neue Orgeln am Kloster vorfinde.
Thomas Knodel zeigte auf, dass Evangelische Bildung ganzheitlich ist. Es gehe um „Bildung mit Kopf, Herz und Hand“. Knodel ist seit 1983 im Kirchenbezirk tätig, seit 2004 mit Aufgaben in der Erwachsenenbildung betraut, Martin Wolfschläger war mehr als 30 Jahre Verwaltungsstellenleiter. Diese ist die Außenstelle des Oberkirchenrats mit der Aufgabe, Kirchenpfleger und die Bezirksleitung zu beraten und zu begleiten.

Erika Budday, Thomas Knodel und Martin Wolfschläger

Informationen der Landessynodalen zum Bischofsbericht und zur neuen Taufordnung

Die beiden Landessynodalen Ulrich Hirsch und Hans Veit berichteten von der zurückliegenden Landessynode.

Ulrich Hirsch gab Einblicke in den Bischofsbericht. Landesbischof Frank Otfried July sehe die Digitalisierung positiv, zeige aber auch auf, dass die Kirche mehr sei als eine Filterblase Gleichdenkender. In seinem Bericht lege der Bischof Prüfkriterien für die Digitalisierung vor. Bezüglich der Segnung homosexueller Paare sei die getroffene Entscheidung zu respektieren, am Thema aber sei weiterzuarbeiten.
Hans Veit informierte über die neue Taufordnung und Taufagende. Als erste evangelische Landeskirche ermöglicht die Agende die Taufe durch Untertauchen.

Im Auftaktgottesdienst der Synode wurde Michael Britsch für weitere sechs Jahre als Prädikant durch den Prädikantenpfarrer Friedrich Hörger beauftragt und für sein Engagement bedankt.

 

 

Kurzfilm zur Änderung der Taufordnung

Bezirkssynode

Synergie? Synapse? Synopse? Synde? Synthese? - Was ist das eigentlich, die Synode?

Das Wort kommt aus dem Alt-Griechischen und bedeutet so viel wie Zusammenkunft, sagt Katrin Göring-Eckardt, Vorsitzende der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Die Bezirkssynode ist das Parlament des Kirchenbezirks. Ihr gehören die Pfarrer und Pfarrerinnen an sowie die aus den Kirchengemeinderäten gewählten Mitglieder.

Darüber hinaus gehören ihr an:

Der Schuldekan, die Kirchenbezirksrechnerin, die Vorsitzenden des Diakonischen Bezirksausschusses, des Beschließenden Ausschusses Jugendarbeit und des Beschließenden Ausschusses Erwachsenenbildung.

Die Bezirkssynode tagt in der Regel zweimal im Jahr und beschließt über den Haushalt des Kirchenbezirks.

Vorsitzender der Bezirkssynode ist Bernd Dingler aus Pinache.

Aufgaben der Bezirkssynode

  • Beratung grundsätzlicher Fragen des kirchlichen Lebens, insbesondere im Kirchenbezirk

  • Beratung der Berichte des Dekans, des Schuldekans und anderer Mitarbeiter/innen

  • Beratung und Beschlussfassung über Einrichtungen und Dienste des Kirchenbezirks

  • Beschlussfassung über dern Erlass von Bezirkssatzungen

  • Beratung und Beschlussfassung über Eingaben

  • Feststellung des Haushaltsplans und Beschlussfassung über Erhebung einer Bezirksumlage

  • Feststellung der Kirchenbezirksrechnung und Entlastung

Näheres ist der Kirchenbezirksordnung (KBO) zu entnehmen auf www.kirchenrecht-wuerrtemberg.de.

Der für die laufenden Geschäfte zwischen den Sitzungen zuständige Ausschuss ist der Kirchenbezirksausschuss.

Personen und Kontakt

Vorsitzender Bezirkssynode

Bernd Dingler, Vorsitzender Bezirkssynode

Bernd Dingler, Vorsitzender Bezirkssynode

Bernd Dingler
Beim Postweg 4 in 75446 Pinache

Tel 0 70 41 / 86 08 02

bernd.dinglerdontospamme@gowaway.kirchenbezirk-muehlacker.de

Dekan Jürgen Huber

© Evangelische Landeskirche in Württemberg

Schubartweg 13 in 75417 Mühlacker
Tel 0 70 41 / 60 29
Fax 0 70 41 / 86 02 08

dekanatamt.muehlackerdontospamme@gowaway.elkw.de