Seit 1979 gestaltet unser Kirchenbezirk eine Partnerschaft mit der Kirche der Herrnhuter Brüdergemeine (Moravian Church) im Südwesten Tanzanias. In unserer Partnerschaft soll beispielhaft sichtbar und erfahrbar gemacht werden:
In der weltweiten Kirche gehören wir zusammen
In dem Einen Leib Christi glauben und hoffen wir gemeinsam
Über Grenzen der Völker, Rassen und Länder hinweg bekennen wir den dreieinigen Gott und gehen den Weg zur Einigkeit im Gottesvolk
Grundaufgaben im Kirchenbezirk
Gegenseitige Anteilnahme in Information und Gebet am Leben der Christen und Gemeinden
Information über Entwicklungen und Veränderungen in Kirche und Gesellschaft
Regelmäßige persönliche Begegnungen in beiden Kirchen bzw. Ländern.
Materielle Unterstützung neuer Projekte in der Partnerkirche, wie z.B. Unterstützung in der Jugendarbeit bei Informationsseminaren zu HIV/AIDS, für kleine Schweinezuchtprojekte von Frauengruppen und beim Auf-und Ausbau einer Handwerkerschule
Ein kurzer Videoclip portraitiert die Partnerschaft zwischen dem Evangelischen Kirchenbezirk Mühlacker und der Moravian Church of South-West Tanzania.
Partnerschaft erleben: Delegation der Moravian Church in Südwest-Tanzania zu Besuch im Kirchenbezirk
Im Zeitraum vom 28. April bis 25. Mai 2010 besuchte eine 16köpfige Delegation unserer Partnerkirche, der Kirche der Herrnhuter Brüdergemeine (Moravian Church) im Südwesten Tanzanias unseren Kirchenbezirk. Gemeinsam feierten wir im Rahmen dieser Partnerschaft das 30jährige Jubliäum dieser Zusammenarbeit.
AKTUELLES
Kurrende Maulbronn geht auf große Reise
Vom 3. August bis zum 18. August 2010 wird die Kurrende Maulbronn mit 30 Sängerinnen und Sängern zusammen mit elf Erwachsenen (u.a. wird Hansjörg Lechler, Pfarrer für Mission und Ökumene mit dabei sein) eine Reise nach Tanzania antreten.
Anlaß ist das 30-jährige Jubiläum der Partnerschaft unseres Kirchenbezirks mit der Moravian Church in Mbeya. Kirchenpräsident Nosigwe Buya hat den Chor im Juli 2009 besucht und eine Einladung ausgesprochen.
Im Vordergrund der Reise steht die musikalische Jugendbegegnung und der gemeinsame Austausch der unterschiedlichen Kulturen.
Das Programm steht inzwischen fest und wird sich folgendermaßen gestalten:
03.08. Flug Zürich - Daressalam
04.08. Daressalam, Konzert in der Herrenhuter Kirche
05.08. Fahrt nach Mikumi, Besuch des Nationalparks, Übernachtung Genesis guest-house
06.08. Fahrt nach Iringa, Konzert und Begegnung
07.08. Fahrt von Iringa nach Mbeya. Erste Begegnung mit Partner-Jugendchor (PJ)
08.08. Singen im Gottesdienst der Jacaranda-Kirche in Mbeya, Zusammensein mit dem am Gottesdienst beteiligten PJ
09.08. Stadtbesichtigung Mbeya, Begegnung und gemeinsames Musizieren, Proben mit PJ
10.08. Besuch der Secondary School in Mbozi. Workshop und gemeinsames Singen mit dem Schulchor. Besuch des kirchlichen Krankenhauses in Mbozi, Singen des Chors auf verschiedenen Stationen des Krankenhauses
11.08. Gemeinsames Proben mit PJ und Konzert in Mbeya-Bethlehem
12.08. Besuch der Bibelschule in Utengule, Gemeinsames Konzert in der Kirchengemeinde Utengule
13.08. Gemeinsames Proben mit PJ, Konzert in der Gemeinde Mbeya-City Absprachen über zukünftige Zusammenarbeit der Jugendchöre
14.08. Besuch des Partnerprojektes Mbeya-Nsalaga. Wir verbringen einige Stunden zusammen mit den Kindern des AIDS-Waisen-Projektes unserer Partnerkirche. Konzert mit PJ in der Kirche von Mbeya-Ujole
15.08. Gemeinsames Singen mit dem PJ in einer Gemeinde von Mbeya (der Ort ist noch endgültig festgelegt). Abschließendes gemeinsames Mittagessen, danach Fahrt zum Nyassa-See.
16.08. Nyassa-See. Konzert.
17.08. Fahrt über Tukuyu nach Mikumi.
18.08. Fahrt von Mikumi nach Daressalam, Rückflug.
Vom 28. April bis 25. Mai wird zunächst der Jugendchor Mbeyabei der Kurrende zu Gast sein und mit ihr zusammen ein großes Konzert am 9. Mai um 19 Uhr in der Stadthalle Maulbronn gestalten.
Das Nsalaga-Projekt | Kirchenbezirk Mühlacker startet Schulkindstipendium in der tansanischen Partnerkirche
Mit vielen Eindrücken kam Mitte September 2008 die sieben köpfige Besuchsgruppe aus unserer tanzanianischen Partnerkirche zurück. Neben vielen Eindrücken und Gesprächen brachte die Besuchsgruppe aus Tanzania auch Anregungen mit, an welchen Stellen evangelischen Christinnen und Christen der Partnerkirche helfen können.
Besonders betroffen war die Besuchsgruppe von der Situation vieler Kinder. Aus diesem Grund wurde ein Schul-Stipendien-Projekt ins Leben gerufen. Dieses bewahrt Kinder und Jugendliche davor, nach der kostenlosen siebenjährigen Grundschule auf der Straße zu landen, weil niemand da ist, der die Schulkosten für eine weiterführende Schule übernehmen kann.
Im April 2009 wurde zur Information aller Gemeinden und Gemeindegruppen ein Informationsflyer gestaltet, mit dem der Arbeitskreis Tanzania des Evangelischen Kirchenbezirks Mühlacker um die längerfristige Unterstützung dieser Kinder wirbt. Laut Pfarrer Hansjörg Lechler zielt das Projekt auf folgendes ab: „Wir hoffen, dass aus jeder Gemeinde unseres Kirchenbezirk eine Gruppe die Patenschaft für mindestens ein Kind übernimmt.“ Die Kosten der Patenschaft betragen 15 Euro pro Monat, auch Einzelpersonen sind zur Unterstützung eingeladen.
Eine andere Initiative zur Unterstützung der Moravian Church war vor Weihnachten 2008 „Fahrräder für Pfarrer“. Die Pfarrer unserer Partnerkirche gehören zu den am schlechtesten bezahlten Menschen in Tanzania. Ziel ist, dass jeder Pfarrer ein Fahrrad zur Verfügung hat, um vor allem in den ländlichen Gegenden Kontakt zu den weit voneinander entfernt lebenden Menschen halten zu können. Mit den ungefähr 5000 €, die die Spendenaktion erbrachte, können viele Pfarrer mit einer kleinen Eigenbeteiligung ein Fahrrad bekommen.
Partnerschaft auf Augenhöhe - Bericht vom Besuch in Tanzania 2008
– Delegation des evangelischen Kirchenbezirks besucht tansanische Partnerkirche
Mit vielen Eindrücken und Erfahrungen kehrte die siebenköpfige Delegation des evangelischen Kirchenbezirks Mühlacker von der 18tägigen Delegationsreise zurück. Ziel der Reise war, die seit 29 Jahren bestehende Partnerschaft zwischen dem Kirchenbezirk Mühlacker und der Moravian Church Tanzania weiter zu vertiefen. Im Gepäck der Reisenden fanden sich neben Zimmermannsbleistiften, Maßbändern und Kugelschreibern zudem die Aufgabe, zu erkunden, wie diese Partnerschaft noch aktiver werden kann. So sollen Querverbindungen von Gemeinden hier zu Gruppen in Tansania auf- und ausgebaut werden. Konkret ist dabei das Vorhaben, Kontakte zwischen Jugendlichen des evangelischen Bezirksjugendwerks und Schülern des Theodor-Heuss-Gymnasiums und Jugendlichen dort zu gestalten. Wichtig war auch Einblicke zu bekommen, wie in der afrikanischen Partnerkirche das Leben gelebt, wie der christliche Glaube praktiziert wird, um auf dieser Basis im Verständnis umeinander in Partnerschaftlichkeit theologische und ethische Fragen zu besprechen. Neben Begegnungen waren Besuche bei Projekten, die zum Teil mit finanzieller Unterstützung aus dem Kirchenbezirk realisiert wurden, vorgesehen. Eine Teilnehmerin der Delegation, die vor 16 Jahren bereits einmal die Partnerkirche besuchte, konnte große Veränderungen zum Guten in vielen Bereichen aufzeigen: Jedem Kranken im Krankenhaus in Mbozi steht ein eigenes, sauber bezogenes Bett zur Verfügung. Die als Hilfe zur Selbsthilfe angelegte Unterstützung gelingt. Durch eine Anschubfinanzierung für einige Schweine können sich von der Witwe bis hin zur Dorfgemeinschaft diese ein zusätzliches, sicheres Einkommen erarbeiten. Berufsschulabsolventen, die an gebrauchten PCs und pedalbetriebenen Nähmaschinen aus dem Kirchenbezirk ausgebildet wurden, haben gute Berufsaussichten. Sekretärinnen und Personen mit PC-Kenntnissen sind bei den Betrieben in Mbeya sehr gefragt, Schreiner, Schneider und Elektriker können sich nach dem Abschluss eine Existenz aufbauen. An anderen Stellen ist Unterstützung notwendig: Für das Kinderheim in Mbozi fehlt es an Beschäftigungsmaterial, den Schulen fehlt es am notwendigsten Unterrichtsmaterial von Stiften über Papier bis hin zu Fachbüchern. Gerade im Umgang mit dem Thema Aids und damit verbunden mit Sexualität, ist Hilfe notwendig. Das in den Kinderschuhen steckende „Nsalaya-Projekt“ betreut Aidswaisen und benachteiligte Kinder. Das Projekt umfasst neben gemeinsamen Mahlzeiten eine psychosoziale Betreuung in Ansätzen für 200 Kinder. Dies wird von einem ehrenamtlichen Team unter Leitung eines hauptamtlichen Zweierteams geleistet. Birgit Gutekunst stellte nach den Begegnungen fest, dass egal ob in Deutschland oder in Tanzania wir neben dem Glauben auch manche Herausforderungen teilen: „Jugendarbeitslosigkeit, Armut, HIV und jugendliche Schwangerschaften sind hier wie dort ein Thema.“ Eindrücklich in Erinnerung ist allen Teilnehmern der Delegation neben der wunderbaren Landschaft und einfachster Lebensbewältigung die herzliche Gastfreundschaft und das hineingenommen werden in das Gemeindeleben der Christen vor Ort. Dies fand mit darin Ausdruck, dass Nosigwe Buya, neu gewählter Kirchenpräsident, und andere Mitglieder der Kirchenleitung die Delegation begleiteten und Rede und Antwort standen. „In genauem Zuhören und im Austausch der theologischen und Welt gestaltenden Standpunkte kann die Partnerschaft weiter vertieft werden und wachsen. Dazu gehört eine Unterstützung in materieller Hinsicht unsererseits, das ist selbstverständlich“, formuliert Dekan van Luijk nach seiner Rückkehr. Unter den Stichworten Weltweite Diakonie und Kirchen helfen Kirchen bzw. Gemeinden helfen Gemeinden fasst der Dekan des Kirchenbezirks einige Perspektiven der Partnerschaft zusammen.