Dreißig Jahre Partnerschaft Moravian Church of South-West Tanzania & Kirchenbezirk MühlackerDer Bezirks-Missionskreis beschäftigt sich seit vielen Jahren nahezu ausschließlich mit der Gestaltung der Partnerschaft zwischen der Kirche der Herrnhuter Brüdergemeine im Südwesten Tanzanias (Moravian Church of South-West Tanzania) und dem Kirchenbezirk Mühlacker. Am 22. Juli 1979 schrieb Dr. Helmut Bintz von der Europäisch-Festländischen Brüderunität - Herrnhuter Brüdergemeine - aus Bad Boll an den damaligen Dekan des Kirchenbezirks Mühlacker, Hans Martin Freudenreich einen Brief, in dem er den Plan unterstützte, partnerschaftliche Kontakte zwischen dem Kirchenbezirk Mühlacker und der Moravian Church in Südwesttanzania zu knüpfen. Pfarrerr Friedrich Murthum, bis 1972 Pfarrer im Kirchenbezirk Mühlacker, unterrichtete acht Jahre lang am Theologischen Seminar in Chunya / Tanzania und Dr. Tolk, der Sohn des früheren (Maulbronner) Dekans, lehrte an der Bibelschule in Utengule. Diese persönlichen Verbindungen gaben den Ausschlag, in Tanzania nach einer Partnerbeziehung Ausschau zu halten. Der damalige Bezirks-Missionspfarrer Fieber übernahm auf unserer Seite dann die Verantwortung für die Gestaltung und Pflege dieser Partnerschaft, die im Juni 1980 mit einem Besuch aus Tanzania einen ersten Höhepunkt erreichte. Im folgenden Jahr besuchten die Pfarrer Fieber und Leins aus Mühlacker die Partnerkirche in Tanzania. Seither haben mehr als zwanzig Begegnungen in Tanzania und in Mühlacker stattgefunden. Die seit jetzt 2010 seit 31 Jahren bestehende Partnerschaft hat zwei große Schwerpunkte: > BEGEGNUNG UND AUSTAUSCHVon Anfang an war klar, dass die persönlichen Begegnungen notwendig sind, wenn der Anspruch einer Partnerschaft - keine Patenschaft! - auch nur annähernd erfüllt werden sollte. Diese Begegnungen geben Einsicht in die jeweils so unterschiedlichen Lebenswelten und in das jeweils so unterschiedliche Leben der Gemeinden.
Die Begegnungen lassen etwas erfahren von der weltweiten Ökumene, in die wir als Glieder am Leib Christi eingebunden sind.
Die Begegnungen lassen etwas erfahren von der Zerteiltheit der Einen Welt, in der wir leben.
Gerade unsere tanzanianischen Partner legen Wert auf die Möglichkeit der Begegnung. Sie würden, gefragt, ob wir die Kosten eines Besuchs besser sparen und einem Projekt ihrer Kirche zukommen lassen oder selber kommen bzw. einladen sollten, die Begegnungsmöglichkeit vorziehen. Die gegenseitigen Besuche haben jeweils zu einer Vertiefung der Partnerschaft beigetragen. > UNTERSTÜTZUNG VON PROJEKTEN UNSERER PARTNERKIRCHEIn unserer zerteilten Welt hat eine Partnerschaft zwischen einer europäischen und einer afrikanischen Gemeinde/Kirche auch eine materielle Seite. Von Anfang an gab es immer wieder Aktionen in unserem Kirchenbezirk, mit denen Projekte unserer Partnerkirche unterstützt wurden. So wurde in den Anfängen vor allem der Aufbau der Bibelschule in Utengule unterstützt, später kam eine Fahrradaktion dazu („ein Fahrrad für jeden Pfarrer“). In den letzten Jahren wurden der Aufbau einer Handwerkerschule in Mbeya und dringend notwendige Verbesserungen der Internatsschule in Mbozi unterstützt. Die Entscheidung für bestimmte Projekte fällt immer im Hören auf unsere Partner und in Absprache mit der Herrnhuter Missionshilfe in Bad Boll, mit der wir regelmäßigen und guten Kontakt pflegen. Es ist erfreulich, dass ein Großteil unserer Gemeinden und viele einzelne Christenmenschen diese Partnerschaft auch finanziell mittragen. Pfr. Hansjörg Lechler | Arbeitskreis Mission und Ökumene |